Wie können wir über politische und gesellschaftliche Themen sprechen, ohne dass daraus sofort eine Debatte wird? Und was verändert sich, wenn Menschen einander erst einmal wirklich zuhören?
Beim zweiten Fachaustausch „Religion und Demokratie“ kamen knapp 20 Menschen aus unterschiedlichen Religionsgemeinschaften in Dresden zusammen. Vertreten waren unter anderem Judentum, Islam, evangelisches und katholisches Christentum, Bahaitum und Buddhismus.
Gemeinsam haben wir das Dialogformat „Sprechen & Zuhören“ ausprobiert und darüber gesprochen, wie es auch in Gemeinden, Religionsgemeinschaften und Initiativen eingesetzt werden kann.
„Mein Glaube in hochpolitisierten Zeiten – wie geht es mir damit?“
Im Mittelpunkt des Abends stand die Methode „Sprechen & Zuhören“ von Mehr Demokratie e. V.
Anders als in einer klassischen Diskussion geht es dabei nicht darum, andere von der eigenen Meinung zu überzeugen. Jede Person bekommt gleich viel Zeit, um aus der eigenen Perspektive zu sprechen. Die anderen hören zu – ohne zu unterbrechen, nachzufragen oder das Gesagte direkt zu bewerten.
In kleinen Gruppen beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Frage:
„Mein Glaube in hochpolitisierten Zeiten – wie geht es mir damit?“
Dabei ging es vor allem um persönliche Erfahrungen und darum, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen. Wichtig waren klare Gesprächsregeln, ein geschützter Rahmen und ein wertschätzender Umgang miteinander.
Was kann die Methode für die eigene Arbeit bringen?
Nach der gemeinsamen Erprobung haben die Teilnehmenden darüber gesprochen, wie sich das Format in der eigenen Gemeinde, Gemeinschaft oder Initiative einsetzen lässt.
Mögliche Anlässe können zum Beispiel sein:
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Gespräche über kontroverse gesellschaftliche Themen,
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Austausch zwischen verschiedenen Generationen,
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Perspektivwechsel innerhalb einer Gemeinschaft,
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Gespräche mit Jugendlichen,
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Begegnungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen.
Deutlich wurde dabei auch: Damit ein solcher Austausch funktioniert, braucht es eine gute Leitfrage, klare Regeln und einen Rahmen, in dem sich alle Beteiligten sicher fühlen können.
Methode ausprobieren und miteinander ins Gespräch kommen
Die Reihe „Religion und Demokratie“ verbindet beides: Die Teilnehmenden lernen eine konkrete Methode kennen und probieren sie selbst aus. Gleichzeitig entsteht Raum für Austausch über eigene Erfahrungen, Herausforderungen und Fragen aus den Religionsgemeinschaften.
Genau diese Verbindung möchten wir auch bei künftigen Treffen weiterführen.
Wie geht es weiter?
Zum Abschluss ging es deshalb auch um die Frage, wie der Austausch fortgesetzt werden kann. Eine Idee war, sich künftig gegenseitig in den verschiedenen Religionsgemeinschaften zu besuchen.
Für 2027 ist geplant, den nächsten Fachaustausch bei einer der beteiligten Gemeinschaften stattfinden zu lassen. So möchten wir nicht nur weiter über Dialog sprechen, sondern auch mehr voneinander und über die unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften in Dresden erfahren.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Stadtteile-Netzwerk Dresden und dem Projekt DiAS – Dialog stärken bei Aktion Zivilcourage e. V. organisiert.
Irene Deifeld
Stadtteile-Netzwerk Dresden/Aktion Zivilcourage e. V.
Dr. Verena Böll
Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
Petra Schweizer-Strobel
DiAS – Dialog stärken am Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft/Aktion Zivilcourage e. V.
Die Teilnahme steht den Mitgliedern des Netzwerks und interessierten am Stadtteil-Netzwerk Dresden offen. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.




